Festschrift Seebode (2008)

Diese Rezension wurde von unserem alten Webauftritt übernommen.

 

Schon der majestätische Einband verrät, dass man etwas ganz wertvolles in den Händen hält. Was unsere Professoren im Strafrecht da geschaffen haben, kann sich sehen lassen. Eine Festschrift für den großen Strafrechtler und Kriminologen Manfred Seebode. Zur Person Manfred Seebodes: Manfred Seebode wuchs im Rheinland bei seinen Großeltern in der Nähe von Düsseldorf auf und erwarb dort das Abitur. Er studierte Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der Julius‐Maximilians‐Universität Würzburg. 1963 legte er in Würzburg die Erste Juristische Staatsprüfung („Referendarexamen“) und 1968 in München die Zweite Juristische Staatsprüfung („Assessorexamen“) ab. Ebenfalls 1968 wurde er an der Universität Würzburg mit der Arbeit „Das Verbrechen der Rechtsbeugung“ promoviert.

Er war überwiegend als Wissenschaftler und nur gelegentlich als Strafverteidiger tätig. Die Kontakte zu Angeklagten arbeitete er auf und publizierte sie unter dem Titel „Mitteilungen einer Untersuchungsgefangenen“. 1984 habilitierte er sich bei Günter Spendel an der Universität Würzburg mit der Schrift „Der Vollzug der Untersuchungshaft“. 1993 wurde er zum ordentlichen Professor an die Universität Leipzig berufen und war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafvollzugsrecht und Kriminologie. Ich selbst habe noch Vorlesungen des „großen Meisters“ erlebt und war begeistert. Seine Veranstaltungen waren stets gut besucht und gefragt.

Am 15. September 2008 wurde Seebode 70 Jahre alt. Zu diesem Gedenken erschien beim de Gruyter Verlag Rechtswissenschaften die Festschrift. Namhafte Autoren haben in interessanten Fachartikeln dem Professor ein Denkmal gesetzt. So finden sich Beiträge von Walter Gropp, Kristian Kühl, Wolfgang Mitsch, Harro Otto, Günter Spendel und Hans‐Dieter Schwind, um nur einige zu nennen. Natürlich haben auch die ehemaligen und neuen Leipziger Kollegen Beiträge verfasst. So diskutiert z.B. Kahlo eine Anstifterkonstellation, Schneider schreibt über die Vorteilsannahme und ihre Auswirkungen auf die Gesundheitspraxis, Schumann (mit Dr. Antje Schumann) über Jugendmedienschutz.

Die Beiträge zu strafrechtlichen, strafprozessualen und kriminologischen Themen sind hochinteressant und haben einen hohen wissenschaftlichen Anspruch. Es macht regelrecht Freude, diese Festschrift zu lesen. Ich habe an vielen Abenden in der Festschrift geschmökert und sie als Bereicherung empfunden. Selbst außergewöhnliche Darbietungen finden sich, so z. B. ein Bericht über Tiere im Strafvollzug.

Der interessierte Kriminalwissenschaftler kommt um diese Festschrift nicht herum. Sie ist zwar nicht gerade zum Schnäppchenpreis erhältlich, aber diese Ausgabe lohnt sich. Möge uns Professor Seebode mit seinem Wissen noch viele Jahre bereichern.

 

Hrsg. v. Schneider, Hendrik / Kahlo, Michael / Klesczewski, Diethelm / Schumann, Heribert 2008. 23 x 15.5 cm. XIX, 612 Seiten. Gebunden. Euro [D] 179,95.
ISBN 978‐3‐89949‐438‐9
DE GRUYTER RECHT

Sprachen: Deutsch
Werktyp: Fest‐/Gedächtnisschrift

Rezensiert von Matthias Cedra

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