Degenhart: Staatsrecht I/Staatsorganisationsrecht mit Bezügen zum Europarecht (2015)

Jeder Jurastudent, der mit Staatsorganisationsrecht beginnt, kennt das Lehrbuch Staatsrecht I / Staatsorganisationsrecht von Christoph Degenhart. Oder zumindest sollte er es kennen, denn es gehört in seiner Aktuellen 31. Auflage zu den Standartlehrbüchern im Staatsorganisationsrecht.

Mit seinem strukturierten Aufbau und seiner verständlichen Erklärweise bringt es jedem Studenten, der sich mit dem Lehrbuch beschäftigt, das Staatsorganisationsrecht leicht verständlich und mit einer überdachten Schwerpunktsetzung bei. Als Beispiel hierbei seien die verschiedenen Verfahrensarten vor dem Bundesverfassungsgericht genannt. Bei einigen anderen Lehrbüchern wird der Student mit diesem Thema durch einen endlosen Fließtext vertraut gemacht, wobei man am Ende des Textes Schwierigkeiten hat sich an die Hauptaussagen die am Anfang des Textes standen zu erinnern.

Degenhart setzt dem eine schlüssige Untergliederung in die einzelnen Prüfungspunkte, sowie umfassende Erklärungen zu möglichen Problemen und Meinungsverschiedenheiten bei den  Prüfungspunkten entgegen.

Hierfür ist exemplarisch das materielle Prüfungsrecht des Bundespräsidenten. Während andere Lehrbücher diese Thematik entweder nur anschneiden, oder nur mit einem Verweis erwähnen, geht Degenhart auf die verschiedenen Argumente der Fürsprecher und Gegner ein und erklärt dem Student so die Quintessenz des Streits ohne ,dass der Student sich mit einem Kommentar zum Grundgesetz beschäftigen muss.

Auch ist der Umfang des behandelten Stoffs sehr groß. Dieser reicht von Grundlagen des Staates und der Verfassung der Bundesrepublik über das Gesetz als die zentrale Handlungsform des föderalen demokratischen Rechtsstaats bis hin zu europarechtlichen Bezügen.

Für den, der Staatsorganisationsrecht möglichst leicht, schnell und umfangreich verstehen möchte, für den ist Degenharts  Lehrbuch das Mittel der Wahl.

Christoph Degenhart

Auflage 2015, 389 S

C.F. Müller Verlag 23,99 EUR

 

Rezension von Leon Kanthak